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30.07.2021

Vergleichender Mischfuttertest Nr. 15/21 Alleinfutter für Mastschweine aus Nordrhein-Westfalen

Vergleichender Mischfuttertest Nr. 15/21 Alleinfutter für Mastschweine aus Nordrhein-Westfalen

Leopold Tafel

Verein Futtermitteltest e.V.

Topics

Viehhaltung Schweine Betriebsmittel Technik Tierhaltung

 Von Januar bis März 2021 wurden in Nordrhein-Westfalen zehn Alleinfutter für Mastschweine vom VFT beprobt, analysiert und abschließend bewertet. Die Daten sind in der Übersicht dargestellt. An dem Test waren neun Mischfutterwerke beteiligt. Üblicherweise werden Schweinemastfutter als Phasenfutter für unterschiedliche Gewichtsabschnitte optimiert und angeboten. Die in diesem Test geprüften Mastfutter lassen sich wie folgt differenzieren:

-    1 Futter für die Vormast

-    4 Mittel-/Endmastfutter ab 60, 65, 70, 75 kg Lebendmasse (LM)

-    1 Endmastfutter ab 85 kg LM

-    3 Mastfutter ab 35 bzw. 40 kg LM

-    1 Futter ohne nähere Einsatzangabe (Annahme: Einsatz ab Mastbeginn).

Die Anpassung der Nährstoffversorgung an die im Mastverlauf sinkenden Anforderungen durch eine 2- oder noch besser 3-phasige Fütterung mit voran geschalteter Vormast hilft überschüssige Nährstoffe einzusparen, entlastet das N- und P-Nährstoffmanagement und kann zur Futterkostenreduzierung beitragen. Auch bei Einsatz von „Universalfutter“ zu Mastbeginn kann im Mastverlauf auf Mittel- oder Endmastfutter umgestellt werden.

Um ein Mastfutter stets gezielt einsetzen zu können, sollte neben einer Zuordnung zum Bereich Vor-, Anfangs-, Mittel- oder Endmast immer die genaue Gewichtsangabe gegeben werden, ab dem das Futter eingesetzt werden soll.

Ausführliche Erläuterungen zu den Richtwerten, zur Vorgehensweise und zur Bewertung der Futter durch den VFT sind im Internet unter www.futtermitteltest.de abrufbar. Dort sind auch Tests aus anderen Regionen einsehbar.

 

Kommentierung der Ergebnisse

Die von den Herstellern deklarierten Energiegehalte reichten von 12,8 bis 13,2 MJ ME je kg Futter. Die Angabe der Energiegehalte im Futter hat nach der seit 2010 rechtlich gültigen Formel für Mischfutter (GfE 2008) zu erfolgen. Die deklarierten Rohproteingehalte der Futter schwankten von 13,0 bis 16,5 % Rohprotein. Die den Eiweißbedarf genauer umschreibende Aminosäure Lysin schwankte in den Deklarationen von 0,86 bis 1,10 % Lysin.

Die Calcium- und Phosphorgehalte der Futter lagen zwischen 0,54 bis 0,70 % Calcium sowie zwischen 0,38 bis 0,45 % Phosphor, wobei allen Futtern mikrobiell hergestellte Phytase zur besseren Verwertung des organisch gebundenen Phosphors aus pflanzlichen Komponenten zugemischt war.

Bei allen geprüften Futtern wurden die Deklarationswerte durch die Laboranalysen bestätigt.

Die weitergehende fachliche Bewertung basiert auf dem Einsatzzweck, der durch die Bezeichnung und Fütterungshinweise deutlich wird. Hier verlangt der VFT die Angabe und Einhaltung der Energiegehalte und die Einhaltung der fachlich geforderten Richtwerte für die Aminosäuren und Mineralstoffe in g/MJ ME.

Alle fünf Abwertungen erfolgten mit der Note 3 wegen fehlender Energiedeklaration. Es handelte sich dabei um die Futter Dynamic EuroMast mehl des Herstellers AGRAVIS aus Dorsten, BestCorn-PROFIT <MM-65>B des Herstellers Agri V aus Borken-Burlo, deuka NP 130 DV, Mehl des Herstellers Deutsche Tiernahrung Cremer aus Düsseldorf, Ultra Prima Start kr und Ultra Vital Mast bg des Herstellers ForFarmers aus Hamburg.

Alle anderen Futter konnten mit der Note „1“ bewertet werden.

Drei Futter waren laut Hersteller speziell für eine N- und P-reduzierte Fütterung (1x) oder eine sehr stark N- und P-reduzierte Fütterung (2x) vorgesehen. Während für ein Vormast- und ein Endmastfutter der Einsatzbereich klar ist (28 – 40 kg LM) bzw. angegeben wird (70 – 118 kg LM), fehlt für ein Mastfutter die Angabe des Einsatzbereichs. Damit ist der optimale Einsatzbereich unklar und die angegebene Eignung für eine sehr stark N- und P-reduzierte Fütterung ist nicht zu verifizieren.

Die vorliegenden Testergebnisse beziehen sich nur auf die geprüften Futterchargen und erlauben keine Rückschlüsse auf das übrige Produktionsprogramm der beteiligten Mischfutterhersteller.